Dieser Vergleich zeigt Stundensätze und Projektkosten aus veröffentlichten Quellen, die Unterschiede bei Website und Software und wie Sie Risiken in beiden Modellen absichern.
KURZ GESAGT
Für eine Firmenwebsite oder ein klar abgegrenztes Softwareprojekt ist ein erfahrener Freelancer meist günstiger und schneller. Eine Agentur lohnt sich, wenn dauerhaft mehrere Spezialisten parallel gebraucht werden oder Ausfallsicherheit vertraglich abgesichert sein muss.
Die Entscheidung in einer Minute
Die Frage „Freelancer oder Agentur?“ lässt sich selten mit einem Etikett beantworten. Entscheidend ist, wie viele Rollen Ihr Projekt tatsächlich gleichzeitig braucht, wie groß das Budget ist und wie viel Abhängigkeit von einer einzelnen Person Sie tragen können.
Als Faustregel gilt: Ein Freelancer passt zu Projekten, die eine erfahrene Person von Anfang bis Ende verantworten kann. Eine Agentur passt zu Projekten, bei denen Design, Entwicklung, Texte, Marketing und Betrieb parallel mit mehreren Personen besetzt werden müssen.
- Onepager, Firmenwebsite oder Relaunch mit klarem Umfang: meist Freelancer
- Webanwendung, Kundenportal oder Schnittstelle mit überschaubarem Funktionsumfang: meist Freelancer
- Website plus Markenentwicklung, Fotografie, Kampagnen und laufende Anzeigenbetreuung: eher Agentur
- Softwareprodukt, das dauerhaft mehrere Vollzeitentwickler und vertraglich zugesicherte Bereitschaft braucht: eher Agentur
Freelancer und Agentur im direkten Vergleich
Die Tabelle beschreibt typische Strukturen. Einzelne Anbieter weichen davon ab: Es gibt kleine Agenturen, die wie ein Freelancer arbeiten, und Freelancer, die mit festen Partnern ein kleines Team bilden. Die Stundensätze stammen aus den unten genannten Quellen und sind Netto-Werte.
| Kriterium | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|
| Kosten | Geringerer Overhead: kein Büro mit Vertrieb, Account- und Projektmanagement, das mitfinanziert werden muss | Höher, weil Projektmanagement, Qualitätssicherung, Vertretung und Vertrieb im Preis enthalten sind |
| Stundensatz | Ø 103 € über alle Branchen (Freelancer-Kompass 2026); Softwareentwicklung laut Marktübersichten ca. 80–140 € | Softwareentwicklung ca. 100–180 €, Webdesign ca. 100–200 € laut veröffentlichten Preisübersichten |
| Kommunikation | Sie sprechen mit der Person, die umsetzt; Rückfragen und Entscheidungen gehen schnell | Meist über Projektmanagement; entlastet Sie, verlängert aber den Weg zur Umsetzung |
| Kapazität / Ausfallrisiko | Begrenzt auf eine Person; Krankheit oder Urlaub verzögern das Projekt, wenn keine Vertretung vereinbart ist | Mehrere Rollen parallel möglich; Ausfälle lassen sich eher abfangen, sofern Wissen wirklich im Team verteilt ist |
| Flexibilität | Kurzfristige Änderungen und kleine Aufträge sind leicht umsetzbar, auch ohne Mindestbudget | Feste Prozesse und Mindestvolumen; Änderungen laufen oft über ein formales Change-Request-Verfahren |
| Code-Eigentum | Hängt vom Vertrag ab: Nutzungsrechte, Quellcode und Zugänge ausdrücklich regeln | Ebenfalls vertragsabhängig; bei Agentur-Baukästen oder eigenen Frameworks auf Lizenzbindung achten |
Was kostet ein Freelancer, was kostet eine Agentur?
Der Stundensatz allein erklärt den Preisunterschied nicht. Agenturen rechnen Projektmanagement, Abstimmungstermine, interne Übergaben und Qualitätssicherung als eigene Stunden ab. Bei einem Freelancer fällt ein Teil dieser Koordination weg, weil Planung und Umsetzung in einer Hand liegen.
Die folgenden Spannen stammen aus veröffentlichten Preisübersichten von Agenturen und Plattformen. Es handelt sich nicht um repräsentative Erhebungen, sondern um Richtwerte, die Ihnen eine Größenordnung für Angebote geben. Für Apps habe ich keine belastbare Marktspanne speziell für Freelancer gefunden; die Zelle bleibt deshalb bewusst ohne Zahl.
| Projekttyp | Freelancer (Marktangabe) | Agentur (Marktangabe) | AixLaDev |
|---|---|---|---|
| Onepager / Landingpage | keine eigene Angabe gefunden; einfache Website mit 5–8 Seiten: 1.500–4.000 € (HEADON) | 4.000–8.000 € für 1–3 Seiten (ExpertLocal) | ab 990 € |
| Firmenwebsite | 1.500–4.000 € für 5–8 Seiten (HEADON) | 5.000–12.000 € (HEADON) bis 12.000–35.000 € für 5–15 Seiten (ExpertLocal) | ab 1.990 €, Relaunch ab 2.290 € |
| Webanwendung | 5.000–15.000 € für komplexe Website oder Web-App (HEADON) | 15.000–100.000 € und mehr (HEADON) | ab 4.990 € |
| App | keine belastbare Marktangabe gefunden | 15.000–50.000 € bei mittlerer Komplexität (Applaunch) | ab 4.990 € |
Webagentur oder Freelancer für die Website
Bei einer Unternehmenswebsite ist die Entwicklung meist der kleinere Teil der Arbeit. Den größeren Anteil machen Struktur, Texte, Bilder, Suchmaschinenoptimierung und Abstimmung aus. Genau hier unterscheiden sich Webagentur und Freelancer am deutlichsten.
Eine Webagentur bringt häufig Designer, Texter und Fotografen im eigenen Haus mit. Das lohnt sich, wenn Sie gleichzeitig ein neues Corporate Design, neue Texte und professionelle Fotos brauchen und intern niemand diese Arbeit koordinieren kann. Die Agentur übernimmt dann die Steuerung, und Sie zahlen für diese Steuerung mit.
Ein Freelancer ist die wirtschaftlichere Wahl, wenn Logo, Farben und Grundaussagen bereits stehen und die Website vor allem schnell, verständlich und gut auffindbar sein soll. Ein erfahrener Webentwickler setzt Design, Technik und technische Suchmaschinenoptimierung aus einer Hand um. Für Fotos oder Fachtexte werden bei Bedarf gezielt Partner eingebunden, ohne dass Sie eine komplette Agenturstruktur bezahlen.
Achten Sie bei beiden Modellen auf drei Punkte: Wer pflegt später die Inhalte, auf welchem System läuft die Website und wem gehört die Domain. Eine Website, deren Domain und Hosting auf den Dienstleister laufen, macht einen späteren Wechsel unnötig schwer.
- Freelancer: Firmenwebsite, Relaunch, Landingpages, technische Optimierung einer bestehenden Seite
- Webagentur: Website als Teil eines Markenrelaunchs mit Corporate Design, Fotoproduktion und Kampagnen
- Beide möglich: laufende Betreuung – hier zählt vor allem, dass Reaktionszeiten schriftlich vereinbart sind
Freelancer oder Agentur für Software und Webanwendungen
Bei Individualsoftware verschiebt sich die Frage. Hier geht es weniger um Gestaltung als um Architektur, Datenmodell, Schnittstellen und langfristige Wartbarkeit. Ein erfahrener Freelancer kann eine Webanwendung, ein Kundenportal oder eine Integration vollständig verantworten, wenn der Umfang zu einer Person passt.
Der Vorteil liegt in der Kontinuität: Wer die Architektur entwirft, schreibt auch den Code und kennt die Gründe hinter jeder Entscheidung. Bei Agenturen wechselt die Besetzung häufiger zwischen Projekten, und Wissen geht an den Übergabestellen leichter verloren.
Eine Softwareagentur ist im Vorteil, wenn mehrere Arbeitspakete gleichzeitig laufen müssen, etwa Backend, Web-Frontend, iOS- und Android-App sowie Tests, und ein fester Termin nur mit parallelen Teams zu halten ist. Die Agentur Applaunch empfiehlt Agenturen für App-Projekte ab etwa 25.000 € Volumen. Das ist eine brauchbare Orientierung, aber keine feste Grenze: Entscheidend ist die Zahl der Rollen, nicht allein das Budget.
Wann ein Freelancer die bessere Wahl ist
Ein Freelancer spielt seine Stärken aus, wenn Entscheidungen schnell fallen sollen und das Budget in Ergebnisse statt in Koordination fließen soll. Typische Situationen:
- Das Projekt ist klar abgegrenzt und von einer erfahrenen Person umsetzbar
- Kurze Entscheidungswege sind Ihnen wichtiger als ein großes Team
- Das Budget liegt im niedrigen bis mittleren vierstelligen oder unteren fünfstelligen Bereich
- Ein bestehendes Team braucht gezielte Verstärkung für einen bestimmten Stack
- Sie wünschen kleine, häufige Zwischenstände statt großer Abnahmen am Ende
Wann eine Agentur die bessere Wahl ist
Eine Agentur ist nicht automatisch teurer im Sinne von unwirtschaftlich. In manchen Situationen ist sie schlicht die passende Struktur, und ein Freelancer wäre die falsche Wahl:
- Das Projekt braucht dauerhaft mehrere Vollzeitrollen, etwa Design, Frontend, Backend, Mobile und Test
- Ein harter Termin lässt sich nur mit mehreren parallel arbeitenden Personen halten
- Neben der Entwicklung sind Markenentwicklung, Kampagnen, Content-Produktion und Anzeigenbetreuung gefragt
- Ihr Unternehmen verlangt vertraglich zugesicherte Bereitschaft rund um die Uhr oder feste Vertretungsregelungen
- Einkauf oder Konzernvorgaben setzen eine bestimmte Unternehmensgröße, Zertifizierungen oder Versicherungssummen voraus
Risiken absichern: Vertretung, Code-Eigentum, Dokumentation, Übergabe
Das größte Argument gegen einen Freelancer ist das Ausfallrisiko. Es lässt sich mit wenigen, klaren Vereinbarungen deutlich senken. Dieselben Punkte sollten Sie übrigens auch mit einer Agentur regeln, denn auch dort kann ein Projekt an einer einzelnen Person hängen.
- Vertretung: Fragen Sie, wer bei Krankheit oder Urlaub dringende Fehler behebt und ob diese Person Zugriff auf Code und Server bekommt
- Code-Eigentum: Lassen Sie sich im Vertrag ausschließliche, zeitlich und räumlich unbeschränkte Nutzungsrechte am Quellcode einräumen und regeln Sie, welche Fremdbibliotheken unter welcher Lizenz enthalten sind
- Zugänge: Domain, Hosting, Repository und externe Dienste laufen auf Ihr Unternehmen, der Dienstleister erhält nur Zugriffsrechte
- Dokumentation: Installation, Architekturentscheidungen, Deployment und Zugänge sind schriftlich festgehalten, nicht nur im Kopf des Entwicklers
- Übergabe: Vereinbaren Sie, dass ein anderes Team das Projekt anhand von Repository und Dokumentation ohne Mitwirkung des bisherigen Anbieters übernehmen kann
- Verbreiteter Technologie-Stack: Je gängiger die eingesetzten Technologien, desto leichter finden Sie später Ersatz
Sieben Fragen vor der Beauftragung
Diese Fragen funktionieren unabhängig davon, ob Sie mit einem Freelancer oder einer Agentur sprechen. Die Antworten zeigen schnell, wie professionell ein Anbieter arbeitet.
- Wer setzt mein Projekt konkret um und ist im Alltag mein Ansprechpartner?
- Welche vergleichbaren Projekte wurden bereits produktiv umgesetzt?
- Wie werden Anforderungen, Entscheidungen und Änderungen dokumentiert?
- Wann sehe ich den ersten funktionierenden Zwischenstand?
- Welche Leistungen sind ausdrücklich nicht im Angebot enthalten?
- Wie werden Quellcode, Zugänge und Dokumentation übergeben?
- Was kostet der Betrieb nach dem Start pro Monat oder Jahr?
Meine Empfehlung
Ich arbeite seit über zwölf Jahren als Softwareentwickler und bin selbst Freelancer in Aachen. Deshalb ist meine Empfehlung bewusst an Bedingungen geknüpft: Für eine Firmenwebsite, einen Relaunch, eine Webanwendung oder eine KI-Integration mit klarem Umfang ist ein erfahrener Freelancer in den meisten Fällen die wirtschaftlichere und schnellere Lösung. Entscheidungen fallen schneller, und Ihr Budget fließt überwiegend in die Umsetzung.
Braucht Ihr Vorhaben dauerhaft mehrere Spezialisten parallel oder eine Marken- und Kampagnenbetreuung, empfehle ich eine Agentur. Das sage ich im Erstgespräch auch so, statt ein Projekt anzunehmen, das eine Einzelperson nicht sauber tragen kann.
Unabhängig vom Modell rate ich zu einem kleinen, klar begrenzten ersten Meilenstein: ein klickbarer Entwurf, eine technische Bestandsaufnahme oder ein erstes produktives Feature. Danach wissen Sie, wie Kommunikation, Tempo und Qualität tatsächlich aussehen, bevor das große Budget gebunden ist. Bei AixLaDev beginnen Projekte bei 1.490 € für eine KI-Integration, 4.990 € für eine Webanwendung oder App, 990 € für einen Onepager und 1.990 € für eine Firmenwebsite, jeweils zzgl. MwSt.
Quellen
Die Marktzahlen in diesem Artikel wurden am 25. September 2026 aus folgenden veröffentlichten Quellen übernommen. Preisangaben von Agenturen sind Selbstauskünfte und keine repräsentativen Studien.
- freelancermap: Freelancer-Kompass 2026 – durchschnittlicher Stundensatz 103 €, rund 5.400 Teilnehmende, Befragung vom 17.11.2025 bis 08.02.2026 (freelancermap.de/freelancer-kompass)
- freelance.de: Freelancer-Studie 2025 – durchschnittlicher Stundensatz 100,55 €, über 2.800 Teilnehmende (freelance.de/blog/freelancer-studie-so-arbeiten-freelancer-2025)
- IT Studio Rech GmbH: Stundensatz Softwareentwicklung 2026 – Freelancer 80–140 €/h, Agentur 100–180 €/h (software-entwickeln-lassen.com/ratgeber/stundensatz-softwareentwicklung)
- HEADON.pro: Webdesigner Stundensatz 2026 – Freelancer 60–120 €/h, Webdesign-Agentur 100–200 €/h sowie Projektpreise für Website und Web-App (headon.pro/webdesigner-preise)
- ExpertLocal: Was kostet eine Digital-Agentur 2026? – Landingpage 4.000–8.000 €, Corporate Website 12.000–35.000 € (expertlocal.de/tipps/preise-digital-agentur-2026)
- Applaunch GmbH auf induux: App entwickeln lassen – Kosten 2026 – Apps mittlerer Komplexität 15.000–50.000 €, Agentur ab ca. 25.000 € Projektvolumen (induux.de/blogs/7510)
Häufige Fragen
- Ist ein Freelancer günstiger als eine Agentur?
- Meist ja. Veröffentlichte Preisübersichten nennen für Softwareentwicklung bei Freelancern etwa 80–140 € pro Stunde, bei Agenturen etwa 100–180 €. Dazu kommt, dass Agenturen Projektmanagement und interne Abstimmung zusätzlich abrechnen. Für erfahrene freiberufliche Softwareentwickler setze ich im Ratgeber zu Stundensätzen einen typischen Rahmen von 80–130 € an. Entscheidend ist aber der Gesamtpreis für das vereinbarte Ergebnis, nicht der Stundensatz allein.
- Webagentur oder Freelancer: Was ist besser für eine Firmenwebsite?
- Stehen Logo, Farben und Grundaussagen bereits, ist ein erfahrener Freelancer meist schneller und günstiger. Brauchen Sie gleichzeitig ein neues Corporate Design, Fotoproduktion und Kampagnen, ist eine Webagentur mit eigenem Kreativteam oft die bessere Wahl.
- Ist ein Freelancer riskanter als eine Agentur?
- Das Ausfallrisiko ist bei einer einzelnen Person grundsätzlich höher. Es lässt sich durch eine vereinbarte Vertretung, kundeneigene Zugänge, saubere Dokumentation und einen verbreiteten Technologie-Stack deutlich senken. Auch bei Agenturen sollten Sie prüfen, ob Wissen wirklich auf mehrere Personen verteilt ist.
- Wem gehört der Quellcode nach dem Projekt?
- Das regelt der Vertrag. Achten Sie darauf, dass Ihnen ausschließliche, zeitlich und räumlich unbeschränkte Nutzungsrechte eingeräumt werden, der Quellcode übergeben wird und Domain, Hosting und Repository auf Ihr Unternehmen laufen. Das gilt für Freelancer und Agenturen gleichermaßen.
- Ab welcher Projektgröße lohnt sich eine Agentur?
- Eine feste Grenze gibt es nicht. Die App-Agentur Applaunch nennt etwa 25.000 € als Orientierung für App-Projekte. Aussagekräftiger ist die Zahl der Rollen: Braucht das Projekt dauerhaft mehrere Vollzeitkräfte parallel, spricht das für eine Agentur.
- Kann ein Freelancer ein komplettes Projekt übernehmen?
- Ja, wenn Umfang und Disziplinen zu seiner Erfahrung und Kapazität passen. Für Bereiche wie Fotografie, Fachtexte oder Markenentwicklung können gezielt Partner eingebunden werden, ohne eine komplette Agenturstruktur zu bezahlen.
Weiterführende Seiten
Über den Autor
Freelance-Softwareentwickler · Aachen
Ich entwickle seit über 12 Jahren individuelle Software, KI-Lösungen und Webanwendungen für Unternehmen aus Aachen und der Region. Als Freelancer Softwareentwickler übernehme ich vollständige Projekte oder unterstütze bestehende Teams direkt in der Umsetzung.